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Hier finden Sie die bisherigen Rundbriefe aus dem Jahr
2009:
Hier die aus den Jahren
2006 und 2007 und
2008
Rundbrief für mehr Lust
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Erotik, Nähe & Lust
Immer wieder
lese ich, dass die wilde Lust aufeinander in einer Beziehung
schwindet. Und als Grund wird meistens genannt, dass zwischen den
Partnern zuviel Nähe sei. Zuviel Alltag, zu viele
Selbstverständlichkeiten, zu wenig unterschiedliche Interessen und
zu wenig Alleingänge in der Freizeit.
Doch wenn das wahr wäre, dann dürfte es für
alle Paare, die länger zusammen leben und vielleicht sogar auch sehr
gerne ihre Freizeit miteinander verbringen, kaum eine Chance geben,
das Sexleben über die Jahre hinweg lebendig zu halten. Welch dunkle
Aussichten!
Ich glaube nicht, dass
zuviel Nähe die Erotik tötet, sondern vielmehr, dass die Angst vor
mehr Nähe und Verbindlichkeit die Erotik ermüden lässt.
Die Symptome mögen die
gleichen sein: man passt sich aneinander an, probiert wenig Neues
aus, weil man meint, den anderen zu kennen und zu wissen, was der
mag oder nicht. Man ist selbst auch nicht mehr so offen bzw.
neugierig oder auch einfach zu bequem, das Feuer neu zu beleben.
Doch die darunterliegende
Ursache ist meiner Meinung nach, dass eher die Angst vor mehr Nähe
es verhindert, sich auch im Bett nah zu sein. Denn was passiert
denn, wenn man sich näher kommt? Man macht sich verletzlich, man
lässt sich mehr gehen. Es können Gefühle auftauchen, die man gar
nicht spüren will. Seien es alte Verletzungen oder ein tiefes Gefühl
der Liebe und Verbundenheit, das man vielleicht lieber gar nicht
spüren möchte, weil man Angst hat, emotional abhängig zu werden.
Oder in die andere
Richtung gedacht? Wieviel Extase halten Sie eigentlich aus? Trauen
Sie sich wirklich alles loszulassen? Sind Sie in der Lage wirklich
die Kontrolle loszulassen? Oder haben Sie Angst vor dem, was
passieren könnte?
Was passiert, wenn Sie
Wünsche äußern, die der andere nicht erfüllen mag? Was dann? Gerade
in einer monogamen Beziehung haben viele Männer und Frauen dann in
der Endkonsequenz Angst, vom Partner verlassen zu werden.
Wenn zuviel Nähe die
Erotik töten würde, dann würde Tantra nicht funktionieren. Denn beim
Tantra geht es zu einem wesentlichen Teil genau darum, sich
emotional näher zu kommen. Sich mehr und tiefer zu verbinden, mit
sich selbst und mit dem Partner, um die Lust zu schüren.
Die Frage ist also nicht die nach der vorhanden oder nicht
vorhandenen Nähe, sondern die danach, wie viel ich mir und meinem
Partner an Nähe bzw. Offenheit zutraue.
Trauen Sie sich ruhig einmal, sich ihrem Partner bzw. Ihrer
Partnerin wirklich ganz zu zeigen, auch mit den Seiten, die
vielleicht nicht gleich so schön sind. Nutzen Sie ruhig die
vorhandene Vertrautheit, um mehr zu wagen und sich noch näher zu
kommen!
Ich wünsche Ihnen
aufregende Stunden mit ganz viel Nähe!
Ihre Silke Maschinger |
Brief für mehr Lust
Vielleicht haben Sie schon meinen
Newsletter vermisst? Sie haben Recht, mein Januar-Newsletter ist
ausgefallen. Ich hatte mir ein wenig Pause gegönnt, aber jetzt habe ich
wieder etwas für Sie:
Samstagabend war ich mal wieder in einer
reinen Frauenrunde.
In so einer Runde ist das Risiko, dass
DIE Frauen sich dann doch gerne mal gegen DIE Männer wenden, recht hoch
(umgekehrt ganz genau so). Das ist eigentlich ein ganz normaler
gruppendynamischer Vorgang, dass " die drinnen" sich gegen "die draußen"
wenden.
Eigene Anteile am Problem werden leicht übersehen, denn es ist viel
leichter, den anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, als sich
selbst in Frage zustellen.
Im weiteren Verlauf der Diskussion kam die Runde dann glücklicherweise
doch zum Schluss, dass es wichtig sei, dass alle Beteiligten notwendig
seien, um eine Lösung herbeizuführen. Das funktioniert natürlich nicht,
wenn der eine dem anderen die Schuld zuweist.
Und ganz besonders wichtig: Beide
"Parteien" müssen erkennen, welch Gewinn eine Veränderung für beide
bringen könnte.
Da fiel mir mal wieder auf, wie wenig Schuldzuweisungen bringen: "DUbist
schuld" aber auch "ICH bin schuld" bringt niemanden weiter. Egal, ob es
um gesellschaftliche Probleme geht oder um ganz private Konflikte in den
Partnerschaften. Schuld zuschieben macht einen selbst komplett
handlungsunfähig. Wenn ich mir selbst die Schuld zuschiebe, entlasse ich
den anderen aus seiner Verantwortung. Wenn ich dem anderen die ganze
Schuld zuschiebe, bleibt mir außer Meckern bzw. noch mehr Meckern nur
noch übrig, darauf zu warten, dass das Gegenüber die Schuld anerkennt
und sich entscheidet zu handeln. Doch wenn er/sie es nicht tut? Was
dann?
Damit Sie selbst wieder handlungsfähig werden, sollten Sie von der
Problemfokussierung wegkommen. Richten Sie ihr Augenmerk auf die Lösung:
Wo wollen Sie hin? Was brauchen Sie dafür? Was sind Sie bereit zu geben?
Was braucht Ihr Partner / Ihre Partnerin, um dorthin zu kommen?
Achten Sie wirklich ganz genau darauf, dass Sie innerlich den
"Schuld-Modus" ab- und den "Lösungsmodus" einschalten. Das ist ihre ganz
eigene Entscheidung, ob Sie wirklich eine gemeinsame Lösung suchen oder
doch ihrem Partner/ihrer Partnerin die Schuld in die Schuhe schieben
wollen. Denn wie wollen Sie mit jemandem lustvoll tanzen, den der Schuh
drückt?
Herzliche Grüsse aus Berlin
Silke Maschinger

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