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Newsletter für mehr Lust im LebenSie möchten meinen monatlichen Rundbrief erhalten? Mit interessanten, unterhaltsamen oder inspirierenden Gedanken? Und meinen aktuellen Terminen? Dann senden Sie mir bitte eine Mail an info@mehr-lust-im-leben.de Hier finden Sie die bisherigen Rundbriefe aus dem Jahr 2008: Brief für mehr Lust im Dezember Weihnachten naht mit großen Schritten, alle sind mehr oder weniger gestresst vom Geschenkekaufen. Allerorts wird zu mehr Besinnlichkeit eingeladen oder es gibt erotische Geschenktipps wie beim Feigenblatt-Blog. Ich habe mich recht spontan dazu entschlossen, Ihnen ein paar ganz unweihnachtliche Textstellen zu präsentieren und Sie somit zwischendurch vielleicht zum Lachen zu bringen: Der
Kragenbär, der holt sich munter, Das
Vorspiel nahm den Hengst so mit, Der Bär
schaut seinen Ziesemann Der
Mops hat seinen Zeugungstrieb (Robert Gernhardt, Auszug aus Animalerotica) Von Robert Gernhardts Zeilen vermutlich inspiriert sind folgende Zeilen: Steigt
der Erpel auf den Kater, Wenn
der Hahn sitzt auf der Krähe, Hüpft
der Ganter auf den Hahn, Die
Gans erwacht im fremden Forst Im Wald
da sitzt ein Auerhahn, Ein
Seehund und ´ne Bisamratte, (Peter Thomas, Frau Wirtin hatte einen Knecht) Aus eben diesem Buch möchte ich noch zwei Witze anfügen: Eine
Frau in der Apotheke fragt: Führen Sie extra große Kondome? Zwei Männer
in der Eisenbahn: Wer sich für literarische Hocherotik interessiert, also wissen möchte, was z.B. Goethe, Heine oder Shakespeare an unanständigen Stellen geschrieben hat, dem empfehle ich die unterschiedlichen Bücher namens "Klassische Sau". Ich wünsche Ihnen nicht nur eine besinnliche und erholsame Feiertage, einen guten Rutsch in ein wunderschönes neues Jahr, sondern auch immer viel Spaß und Freude!
Brief für mehr Lust im November Immer wieder begegne ich der Einstellung, dass Männer wie Frauen sich als unattraktiv empfinden, wenn ihr Partner sie nicht mehr begehrt. Vielleicht stimmt es, vielleicht haben Sie sich gehenlassen, oder ihr Partner findet sie wirklich nicht mehr attraktiv und möchte deswegen keinen Sex mehr mit Ihnen. Doch meist stellt sich heraus, dass diese Menschen, die an sich zweifeln, ob ihr Partner sie noch attraktiv findet, sich selbst eigentlich nicht attraktiv finden. Sie glauben, niemand Besonderes zu sein, können kaum benennen, was sie an sich selbst mögen. Sei es nun innerlich oder äußerlich. Doch wenn man von sich selbst nicht viel hält, ist die Meinung der Anderen umso wichtiger und eine Ablehnung wird wesentlich härter empfunden. Natürlich nährt sich ein gutes Selbstbewusstsein sich auch aus der Anerkennung anderer, doch wenn die Bestätigung der anderen das einzige Kriterium ist, macht man sich davon abhängig. Denken Sie mal drüber nach, wen Sie attraktiv finden. Das sind doch meist die Menschen, die Spaß an sich selbst haben, unabhängig davon, ob sie ein paar Kilo zuviel auf den Hüften oder kein Modelgesicht haben. Diesen Menschen lieben sich so, wie sie sind, unabhängig vom jeweiligen Schönheitsideal oder anderen Ansprüchen in Sachen Persönlichkeit. Sie wissen um ihre Schwächen, sind sich ihrer Stärken allerdings auch sehr wohl bewußt. Wenn Sie zu diesem Menschen gehören, die sehr an sich selbst zweifeln, rate ich Ihnen, sich einmal selbst zu überlegen, was Sie an sich mögen. Stellen Sie doch mal eine Liste auf mit 20 (!) Punkten, was Sie an sich mögen. Sei die eigene Gradlinigkeit, die Gelassenheit in schwierigen Situationen, die braunen Haare oder der kleine rechte Zeh. Vielen fällt erstmal gar nichts dazu ein, weil sie mit sich selbst viel zu kritisch sind. Kein Wunder, denn allzu oft wurden wir kritisiert für das, was und wer wir sind. Doch Sie müssen den ersten Schritt machen, wenn Sie etwas ändern möchten. Also nehmen Sie sich diese Liste immer wieder vor, bis Sie 20 Punkte für sich gefunden haben. Denn die wichtigste Frage lautet nicht: "Findet mein Mann bzw. meine Frau mich noch attraktiv?", sondern: "Finde ich mich selbst überhaupt attraktiv?". Und wenn Sie das nicht bejahen können, ist die Wahrscheinlichkeit, dass andere Sie nicht anziehend finden, wesentlich höher. Deswegen mein Rat an Sie: Seien Sie gut zu sich selbst!
Brief für mehr Lust im Oktober Der Herbst kommt mit großen Schritten, und es ist, zumindest hier in Berlin, auch schon ziemlich kalt. Um so interessanter, dass es viele Neuigkeiten und Termine (in Berlin) gibt, die dazu geeignet sind, sich warme Gedanken zu machen ;-) Hier also meine zahlreichen Empfehlungen zum Anschauen und Lesen: Für die Menschen in Hessen ist vielleicht der 09.10.08 ein interessanter Termin, denn da werde ich im Erotikladen SHe! in Wiesbaden meine erste Buchpräsentation (noch vor Berlin!) anbieten! Mehr Infos gibt es hier. Eine weitere Buchpräsentation gibt es
in Hannover am 07.11.08 im Frauenerotikshop Liebhabereien. Presse und Leseproben zu meinem Buch Weitere Informationen zu meinem Buch
"Spielarten der Lust" gibt es übrigens auf der Website
zum Buch. Dort gibt es einen Link zu Amazon, wo die ersten ca. 20 Seiten zu
lesen sind. (Ich freue mich über freundliche Rezensionen bei Amazon ;-) Events in Berlin: 22.-26. Oktober das Pornfilmfestival. Für alle, die bei den Events in Berlin nicht dabei sein können: Ich werde in meinem nächsten Newsletter davon berichten! Ich wünsche allen hiermit also einen warmen, sonnigen Herbst mit lustvollen Aufheiterungen!
Brief für mehr Lust im September Im letzten Rundbrief habe ich ja angemerkt, dass die Vielfalt „da draußen“ uns leicht von unserem Inneren ablenkt. Deswegen erhalten Sie hier einmal eine Anregung über sich und Ihre Sexualität nachzudenken. Aus dem beruflichen Kontext kennen sie es sicherlich, einen Lebenslauf aufzustellen. Aber haben Sie das schon einmal für Ihre Sexualbiografie getan? Ich habe mir diese Übung ausgedacht und schon mehrfach in Seminaren durchgeführt. Es ist wirklich interessant, wie unterschiedlich sich die Sexualität bei den Menschen entwickelt. Bei manchen gleicht die Zufriedenheit mit dem Sex einer eher gleichförmigen Welle, andere sehen eher linear aus, wiederum andere verzeichnen spitze Höhen und Tiefen ihrer Lust. Man kann darin gut erkennen, nach welchen Mustern sich die Veränderungen im Leben eingefunden haben. Und die Perspektive erweitert sich auf einmal von der Gegenwart bis zu Ihren Wurzeln. Viele der Sorgen und Nöte von damals relativieren sich, oder machen klar, dass in bestimmte Lebensphasen das eine wichtig war, in anderen jedoch etwas ganz anderes. Und vielleicht zeigt sich auch eine Entwicklung auf? Nehmen Sie sich einfach ein weißes Blatt Papier, am besten quer und zeichnen Sie eine Zeit- und eine Zufriedenheitsachse auf.
Links beginnt Ihr Leben. Oberhalb der horizontalen Linie befindet sich der Bereich für die positive Bewertung, unten der für die negativen Erinnerungen. Markieren Sie das Alter in Jahren, z.B. 10, 20, 30, 40 Jahre. Jetzt erinnern Sie sich: Wann
haben Sie Ihre eigene Lust entdeckt? Bei einigen beginnen die ersten
sexuellen Erinnerungen recht früh im Leben, bei anderen eher später. Wann
gab es den ersten Kuss, wann das erste Mal Geschlechtsverkehr? Wann hat sich
etwas geändert? Ging die Änderung eher von Ihnen aus oder von einem
anderen Menschen? War es eine leichte Entwicklung oder von Widerständen
geprägt? Brief für mehr Lust im August Ich erinnere mich noch gut an meine Anfänge in Sachen
Erotik-Coaching. Anfangs war ich sehr bemüht, mich von all dem
Schmuddelkram zu distanzieren. Ich sprach von „sauberer Erotik“, wohl
wissend, dass das sehr klinisch klang, und somit sogar vielleicht ein
Widerspruch in sich war. Doch wie sollte ich den Leuten klar machen, dass
das, was ich anbiete, eigentlich nicht das ist, was sie vermutlich denken
oder befürchten? Jetzt einige Jahre später weiß ich: Ich muss mich nicht mehr
abgrenzen. Zum einen liegt es sicherlich an meinem Auftreten, welches klar
und unmissverständlich ist, auch wenn mein Angebot für manche noch neu
ist. Zum andern haben sich die Zeiten sehr geändert. Selbst
das große Unternehmen Beate Uhse hat gemerkt, dass dunkle Läden nicht mehr
funktionieren und nach dem missglückten Versuch, mit „Mae B.“ Shops
speziell für Frauen anzubieten, wird jetzt in vielen Städten umgerüstet.
Dass BU ihr Konzept selbst noch nicht ganz konsequent umsetzt, kann man
jedoch daran erkennen, dass bei der Neueröffnung nach dem Umbau dann doch
wieder die üblichen Pornosternchen mit nacktem Busen eingeladen wurden. Im Sommer kamen zwei neue stilvolle Erotikmagazine heraus:
Alley Cat und Nighttimes. Ich finde es interessant, dass Sexualität und Erotik sich
immer mehr zum Life-Style-Produkt entwickelt. Mir fehlt jedoch manchmal die
Tiefe dabei. Denn diese bunte Vielfalt kann auch ablenken. Je mehr man sich
mit den Angeboten beschäftigt, umso mehr wird das eigene Erleben und
Empfinden von diesen Bildern & Inhalten geprägt. Das habe ich gerade in
den letzten Wochen bemerkt, als ich so viel an meinem Buch gearbeitet habe.
Deswegen rate ich Ihnen: Machen Sie doch auch einmal Pause vom Thema, und
schauen Sie, welche ihrer Lüste und Fantasien dann übrig bleiben und
wirklich nur aus Ihnen kommen!
Brief für mehr Lust im Juli - ausgefallen wegen Schreiben meines Buches www.spielarten-der-lust.de -
Brief für mehr Lust im Juni Erinnern Sie sich noch an meinen letzten Rundbrief? Da ging es
um das Thema, dass manche „Erotik-Szenen“ glauben, sie hätten besseren
oder tieferen Sex. Dies habe ich u.a. auch im Vorwort zu meinem Buch
„Spielarten der Lust“ thematisiert. Hier ein kurzer Auszug: Sie sehen, wie unterschiedlich Sex bei Tieren aussehen kann. Deswegen mein Rat an Sie: Finden Sie heraus, wer Sie sind, und versuchen Sie nicht, zum Affen zu werden, wenn Sie eigentlich eine Schnecke sind. Brief für mehr Lust im Mai Übermorgen werde ich als Zuschauerin zu einer
Talkshow-Aufzeichnung des rbb gehen. Das Thema des Diskussion lautet: Lust
statt Liebe, wird Sex überbewertet? Wir werden sehen, welche Antwort dabei
herauskommen wird, mir ist auf jeden Fall in den letzten Wochen mal wieder
klar geworden, wie sehr Sex überhaupt bewertet wird. Natürlich ist es nicht einfach, wenn die eigene sexuelle
Lebensart von der gesellschaftlichen Norm(alität) abweicht und wenn man dafür
kritisiert wird. Egal, ob es dabei um gleichgeschlechtliche Liebe, offene
Beziehung oder sadomasochistische Praktiken geht. Es ist sicher nicht
einfach, neue Lebensformen öffentlich zu leben, wenn es bislang keine
Vorbilder gibt. Man sieht, Sex ist nicht nur Sex, sondern kann auch noch
Identität bilden. Und wenn die Identität hauptsächlich über die eigene
Sexualität definiert wird, ja dann… Dann wird Sex wirklich überbewertet.
Also machen sie es doch wie Sie wollen und lassen Sie die anderen reden. So,
wie es gerade ist, ist es perfekt!
Brief für mehr Lust im April Wie
man einen Erotikratgeber schreibt…. Morgen
kommt eine Frau zu Besuch, mit der ich über polyamore Beziehungen reden
werde und Donnerstag treffe ich mich mit einem Tantralehrer. Der
Titel, den ich mir am Anfang ausgedacht hatte „Wege zur Lust“ hat die Prüfung
durch den Vertrieb leider nicht bestanden. Jetzt gibt es eine Alternative,
die ich aber noch nicht verraten darf. Der Umschlag ist auch so eine heikle
Sache: es sollte passend zum Thema sein, darf aber nicht zu eindeutig
sein, weil sonst die 50jährige Buchhändlerin aus Wanne-Eickel das Buch
nicht in ihre Auslage legen mag. Das Bild sollte mir gefallen, dem Vertrieb
und dem Publikum. Ach, und einen Untertitel sollte es auch noch geben, damit
die Suchmaschinen mein Buch möglichst oft aufführen.
Brief für mehr Lust im März In zehn Tagen ist Frühlingsanfang, die Sonne wird immer stärker, und bei vielen steht der Frühlingsputz ins Haus. Bei mir ist er diesmal sehr ausgeprägt ausgefallen: ich bin nämlich umgezogen. Ich habe also nicht nur geputzt, sondern auch die Chance genutzt, mal wieder ordentlich auszumisten. Alte Besitztümer und alte Geschichten wurden begutachtet und dann entschieden: Was brauche ich wirklich und was nicht. Loslassen heißt da die Devise. Dass das nicht immer so leicht ist, habe ich auch mal wieder in meiner Coachingpraxis erlebt. Da
war ein Ehepaar bei mir, mit denen ich schon einige Gespräche geführt
hatte. Aufgrund einer konkreten Situation kamen sie wieder zu mir. Anstatt
eines kuscheligen Nachmittags im Bett hatten sie begonnen, sich über
vergangene Zeiten zu streiten. Ich war erst mal sehr überrascht, wieso die
beiden sich über „alte Kamellen“ streiten, aber im Gespräch stellte
sich heraus, dass in der Frau noch alte Geschichten vor sich hin brodelten.
Die beiden hatten schwere Zeiten miteinander erlebt, die die Frau sehr an
ihre Grenzen gebracht hatten. Ihr Mann betrachtet diese Zeit im Nachhinein
zwar als schwer, aber es sei letztendlich doch gut ausgegangen. Seiner
Meinung nach hat er sehr viel gelernt in dieser Zeit und sieht sie nicht als
vergeblich an. Eigentlich teilt seine Frau diese Sicht, aber es verletzt
sie, dass er ihr ihren Schmerz nicht zugesteht. Er versucht sie mit seiner
Aussage „aber es ist doch besser geworden“ zu trösten. Ich
spüre, dass die Frau Anerkennung für das braucht, was passiert ist. Ich
bitte den Mann, seiner Frau einfach nur zu sagen: „Ja, es war eine schwere
Zeit.“ Ohne ein „aber“ anzufügen. Und außerdem bitte ich ihn ihr zu
sagen, dass sie ihm damals sehr geholfen hat durch ihr Dasein. Diese
Klarheit ohne Einschränkung eines Abers berührt die Frau, sie fühlt sich
gesehen und in ihrem Schmerz gewürdigt. Beide spüren den Unterschied, die
Entspannung, die entstanden ist: durch die Anerkennung dessen, was war, und
die Würdigung der Unterstützung des Mannes durch die Frau. Verwechseln
Sie eine Anerkennung bitte nicht mit einem Lob oder einer Entschuldigung
oder einem Vorwurf. Sprechen Sie einfach, möglichst in 1-2 Sätzen aus, was
war. Ohne aber und ohne Erklärung. Es war.
Vielleicht
gibt es auch bei Ihnen alte Situationen, die geklärt werden müssen, damit
der Schmerz verschwinden und die Lust wieder zu Ihnen kommen kann?
Brief für mehr Lust im Februar Einige von Ihnen haben vielleicht schon davon gehört: wir machen eine Kreativpause vom Erotischen Salon. Diese vorerst letzte Veranstaltung nach fast 3 Jahren hat viele Gäste angelockt, die es bisher noch gar nicht oder nur selten zum Erotischen Salon geschafft haben. So hatten wir ca. 140 Gäste vor der Bühne sitzen. Das freut uns natürlich sehr. Weitergehen wird es im Herbst; die die anwesend waren, wissen warum: ich schreibe ein Buch, das ich dann im Herbst im Salon präsentieren werde. Natürlich ist das kein Kochbuch, sondern ein Erotikratgeber. In diesem Buch stelle ich unterschiedliche Themen und Menschen vor, rund um das Thema Sexualität, ähnlich wie im Erotischen Salon. Vor
einigen Tagen fand das erste Interview für das noch zu schreibende Buch
statt: Ich war bei einem Pärchen zu Haus und habe mir ihre Geschichte erzählen
lassen. Die beiden sind seit fast 20 Jahren zusammen, und vor einigen Jahren
begann sich der Mann für das Thema Swinger zu interessieren. Anfangs fand
die Frau das überhaupt nicht interessant und wehrte das Thema immer ab.
Doch durch andere Entwicklungen, die ich hier jetzt nicht weiter aufführen
möchte (das können Sie ab Herbst in meinem Buch lesen), entschloss sie
sich, es doch einmal auszuprobieren, um dann wenigstens zu wissen, wofür
bzw. wogegen sie sich entscheidet. Beim
ersten Besuch stand das Paar vor der Tür und die Frau entschied sich,
wieder umzukehren. Beim zweiten Besuch war es genau so. Auch beim dritten
Mal traute sich die Frau noch nicht rein. Der Mann überließ der Frau die Führung,
er war zwar schon enttäuscht, aber letztendlich war er sehr beeindruckt
davon, dass sie sich diesem Thema überhaupt annäherte. Beim vierten Mal
war es dann soweit. Aber auch da passierte nicht viel mehr, als dass die
beiden im Swingerclub waren und fast nur zugeschaut haben. Im
Laufe der weiteren Geschichte ist mir aufgefallen, wie geduldig der Mann
seiner Frau Zeit gelassen hat, ihre ganz eigene Entwicklung zu diesem Thema
zu durchleben. Sie setzt die Grenzen, die für sie wichtig sind, und er
respektiert sie, auch wenn er von beiden der Neugierigere ist und vielleicht
eigentlich mehr ausprobieren möchte. Gerade an dieser Geschichte ist mir
wieder einmal klargeworden, wie viel Geduld und Zeit man braucht, um Veränderungen
zu ermöglichen. Und vor allem: dass es unerlässlich ist, Grenzen zu
akzeptieren, wenn man Grenzen erweitern möchte. Und zwar Schritt für
Schritt. Nur über ganz viele zu besprechende Zwischenschritte gelangt man
weiter, nicht durch ein komplettes Entweder-Oder. Und
letztendlich steht immer wieder die Frage im Raum: wer ist mir wichtiger,
meine Partnerin bzw. mein Partner oder meine sexuellen Gelüste? Oder um es
mit David Schnarch zu halten: „Irgendwann geht es nicht mehr um meinen
Wunsch und Deinen Wunsch, sondern um meinen Wunsch, und meinen Wunsch, Dir
Deinen Wunsch zu erfüllen.“ In
diesem Sinne wünsche ich Ihnen entspannte Zurückhaltung! Ihre Silke Maschinger
Brief für mehr Lust im Januar Immer wieder werde ich gefragt, was denn die Menschen für
Probleme haben, wenn sie zu mir kommen. Hier ein paar Beispiele aus meinen
Seminaren und Coachinggesprächen… Da gab es einen Mann, der einfach wieder mehr Sex mit seiner Freundin haben wollte. Nach einigen Gesprächen stellte sich heraus, dass diese Freundin vermutlich schwer psychisch krank ist. Die Gespräche mit diesem Mann musste ich beenden und ihn an andere Fachleute weiterleiten, da dies eine so spezielle Thematik ist, bei der ich nicht weiterhelfen konnte. Da gibt es das Ehepaar, das nach anstrengenden Jahren
endlich wieder mehr Zeit füreinander hat. Sie möchten auch im Bett wieder
zueinander finden, aber aus irgendeinem Grunde gelingt es ihnen immer nicht.
Irgendetwas kommt immer dazwischen. Jetzt lernen die beiden, sich einfach
ihre Wünsche „zuzumuten“ und nicht einfach aus Angst, den anderen möglicherweise
zu verletzen, die Wünsche oder auch Befürchtungen zu verschweigen. In den
Gesprächen bei mir lernen Sie, aus ihren alten Konfliktmustern auszusteigen
und wieder friedlich miteinander zu sein und einander wirklich zuzuhören
und darauf zu achten, wie eigene Wünsche kommuniziert werden. Da gibt es die Frau, die ihre eigene Lust so sehr verdrängt
hat, dass sie selbst der Meinung ist, eigentlich überhaupt keine Lust auf
Sex mehr zu haben. Sie steht schon kurz davor, ihrem Mann die Absolution zu
erteilen, Sex mit anderen Frauen haben zu dürfen, obwohl das eigentlich gar
nicht ihre Einstellung ist. Doch dann merkt sie, dass sie eigentlich auch
eine lustvolle Frau ist, die sich und ihre eigenen Wünsche einfach nur zu
sehr zurückgenommen hat. Als sie anfängt, sich zu äußern, ihre Bedürfnisse
und auch Grenzen auszudrücken, kehrt die Lust auf ihre eigene Lust und die
Lust auf ihren Mann zurück. Da gibt es den Mann, der immer nur der beste Kumpel der
Frauen ist, aber einfach nicht als „Traummann“ erkannt wird. Er muss
lernen, sich zu zeigen, sich so zu zeigen, wie er ist, und nicht so, wie er
meint, dass die Frauen ihn haben möchten. Denn nur wenn er den Frauen
zeigt, wie er wirklich ist und welche Kraft in ihm steckt, kann ihn die Frau
finden, die ihn so mag wie er wirklich ist. Da gibt es denn Mann Anfang der Sechzig, der sehnsüchtig danach ist, mit anderen Menschen tiefgehend über Sexualität sprechen zu können. Auch er muss lernen, sein Herz zu öffnen und sich anderen mitzuteilen, auch auf die Gefahr hin, dass er damit vielleicht aneckt. Nur so kann er die Menschen finden, die er sucht. Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr viel
Mut und Leichtigkeit! Ihre Silke Maschinger
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