Newsletter für mehr Lust im Leben

Sie möchten meinen monatlichen Rundbrief erhalten? Mit interessanten, unterhaltsamen oder inspirierenden Gedanken? Und meinen aktuellen Terminen?  

Dann senden Sie mir bitte eine Mail an info@mehr-lust-im-leben.de

Hier finden Sie die bisherigen Rundbriefe aus dem Jahr 2008: 
Hier die aus den Jahren 2006 und 2007

Brief für mehr Lust im Dezember

Weihnachten naht mit großen Schritten, alle sind mehr oder weniger gestresst vom Geschenkekaufen. Allerorts wird zu mehr Besinnlichkeit eingeladen oder es gibt erotische Geschenktipps wie beim Feigenblatt-Blog.

Ich habe mich recht spontan dazu entschlossen, Ihnen ein paar ganz unweihnachtliche Textstellen zu präsentieren und Sie somit zwischendurch vielleicht zum Lachen zu bringen:

Der Kragenbär, der holt sich munter,
einen nach dem andern runter.

Das Vorspiel nahm den Hengst so mit,
daß er geschwächt zu Boden glitt.

Der Bär schaut seinen Ziesemann
nie ohne stille Demut an.

Der Mops hat seinen Zeugungstrieb
ganz schrecklich gern und furchtbar lieb

(Robert Gernhardt, Auszug aus Animalerotica)

Von Robert Gernhardts Zeilen vermutlich inspiriert sind folgende Zeilen:

Steigt der Erpel auf den Kater,
wird er nur recht selten Vater.

Wenn der Hahn sitzt auf der Krähe,
war kein Huhn in seiner Nähe.

Hüpft der Ganter auf den Hahn,
gibt´s noch lange keinen Schwan.

Die Gans erwacht im fremden Forst
und liegt in einem Adlerhorst.
Sie schaut sich um und denk betroffen
Mein lieber Schwan, war ich besoffen!

Im Wald da sitzt ein Auerhahn,
der schaut mich ganz schön sauer an.
Was mich nicht stört, weil ich grad penne,
und zwar auf seiner Auerhenne.

Ein Seehund und ´ne Bisamratte,
die saßen auf ´ner Marmorplatte.
Und dieser geile Seehund hatte
´ne riesengroße Seehundlatte.
Da fragte er die Bisamratte;
ob sie es ihm einmal gestatte.
Jedoch am Rande von der Platte,
da saß der Bisamrattengatte.

(Peter Thomas, Frau Wirtin hatte einen Knecht)

Aus eben diesem Buch möchte ich noch zwei Witze anfügen:

Eine Frau in der Apotheke fragt: Führen Sie extra große Kondome?
Ja, entgegnet der Apotheker, wollen Sie welche haben?
Nein, aber macht es Ihnen etwas aus, wenn ich hier warte, bis sie jemand kauft?

Zwei Männer in der Eisenbahn:
Entschuldigung, aber kann es sein, dass Sie onanieren?
Ja, warum? Stört Sie das?
Keineswegs, aber Sie müssen von jetzt an den Ihren nehmen, ich steige an der nächsten Station aus!

Wer sich für literarische Hocherotik interessiert, also wissen möchte, was z.B. Goethe, Heine oder Shakespeare an unanständigen Stellen geschrieben hat, dem empfehle ich die unterschiedlichen Bücher namens "Klassische Sau".

Ich wünsche Ihnen nicht nur eine besinnliche und erholsame Feiertage, einen guten Rutsch in ein wunderschönes neues Jahr, sondern auch immer viel Spaß und Freude!

 

Brief für mehr Lust im November

Immer wieder begegne ich der Einstellung, dass Männer wie Frauen sich als unattraktiv empfinden, wenn ihr Partner sie nicht mehr begehrt. Vielleicht stimmt es, vielleicht haben Sie sich gehenlassen, oder ihr Partner findet sie wirklich nicht mehr attraktiv und möchte deswegen keinen Sex mehr mit Ihnen.

Doch meist stellt sich heraus, dass diese Menschen, die an sich zweifeln, ob ihr Partner sie noch attraktiv findet, sich selbst eigentlich nicht attraktiv finden. Sie glauben, niemand Besonderes zu sein, können kaum benennen, was sie an sich selbst mögen. Sei es nun innerlich oder äußerlich. Doch wenn man von sich selbst nicht viel hält, ist die Meinung der Anderen umso wichtiger und eine Ablehnung wird wesentlich härter empfunden.

Natürlich nährt sich ein gutes Selbstbewusstsein sich auch aus der Anerkennung anderer, doch wenn die Bestätigung der anderen das einzige Kriterium ist, macht man sich davon abhängig.

Denken Sie mal drüber nach, wen Sie attraktiv finden. Das sind doch meist die Menschen, die Spaß an sich selbst haben, unabhängig davon, ob sie ein paar Kilo zuviel auf den Hüften oder kein Modelgesicht haben. Diesen Menschen lieben sich so, wie sie sind, unabhängig vom jeweiligen Schönheitsideal oder anderen Ansprüchen in Sachen Persönlichkeit. Sie wissen um ihre Schwächen, sind sich ihrer Stärken allerdings auch sehr wohl bewußt.

Wenn Sie zu diesem Menschen gehören, die sehr an sich selbst zweifeln, rate ich Ihnen, sich einmal selbst zu überlegen, was Sie an sich mögen. Stellen Sie doch  mal eine Liste auf mit 20 (!) Punkten, was Sie an sich mögen. Sei die eigene Gradlinigkeit, die Gelassenheit in schwierigen Situationen, die braunen Haare oder der kleine rechte Zeh. Vielen fällt erstmal gar nichts dazu ein, weil sie mit sich selbst viel zu kritisch sind. Kein Wunder, denn allzu oft wurden wir kritisiert für das, was und wer wir sind. Doch Sie müssen den ersten Schritt machen, wenn Sie etwas ändern möchten. Also nehmen Sie sich diese Liste immer wieder vor, bis Sie 20 Punkte für sich gefunden haben.

Denn die wichtigste Frage lautet nicht: "Findet mein Mann bzw. meine Frau mich noch attraktiv?", sondern: "Finde ich mich selbst überhaupt attraktiv?". Und wenn Sie das nicht bejahen können, ist die Wahrscheinlichkeit, dass andere Sie nicht anziehend finden, wesentlich höher. Deswegen mein Rat an Sie: Seien Sie gut zu sich selbst!

 

Brief für mehr Lust im Oktober

Der Herbst kommt mit großen Schritten, und es ist, zumindest hier in Berlin, auch schon ziemlich kalt. Um so interessanter, dass es viele Neuigkeiten und Termine (in Berlin) gibt, die dazu geeignet sind, sich warme Gedanken zu machen ;-) Hier also meine zahlreichen Empfehlungen zum Anschauen und Lesen:

Für die Menschen in Hessen ist vielleicht der 09.10.08 ein interessanter Termin, denn da werde ich im Erotikladen SHe! in Wiesbaden meine erste Buchpräsentation (noch vor Berlin!) anbieten! Mehr Infos gibt es hier

Eine weitere Buchpräsentation gibt es in Hannover am 07.11.08 im Frauenerotikshop Liebhabereien
Auch dort sind Männer wie Frauen gern gesehen, Eintritt 8 EUR, Karten nur im Vorverkauf im Laden!
Beginn 19:30 Uhr.

Presse und Leseproben zu meinem Buch

Weitere Informationen zu meinem Buch "Spielarten der Lust" gibt es übrigens auf der Website zum Buch. Dort gibt es einen Link zu Amazon, wo die ersten ca. 20 Seiten zu lesen sind. (Ich freue mich über freundliche Rezensionen bei Amazon ;-)
In der aktuellen Ausgabe des Berliner Magazins "Körper-Geist-Seele" finden Sie einen gekürzten Auszug des Kapitels "Sex ist nicht alles" aus meinem Buch. 
Ein anderes gekürztes Kapitel "Mehr als ein Paar" finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Feigenblatt-Magazins mit dem Schwerpunktthema "zu dritt" erhältlich über deren Homepage oder in den Bahnhofsbuchläden oder in den meisten Frauenerotikshops. 
Und sogar die Bild.de-Redaktion ist auf mich aufmerksam geworden! So findet man mich also tatsächlich einmal mit einem (fast wörtlich wiedergegebenen) Interview bei Bild.de! Für die Bilder rund um den Artikel übernehme ich jedoch keinerlei Verantwortung... ;-)

Events in Berlin:
17.-19. Oktober die Venus-Messe.
Die internationale Fachmesse für die Erotikbranche (naja, also eigentlich hauptsächlich die Pornobranche) öffnet am Wochenende die Türen auch für Privatkunden, was vor allem viele Einzelherren in Anspruch nehmen. Also wer sich das bunte Treiben einmal anschauen möchte und sich nicht allzuviel Erotisches davon verspricht, sollte da ruhig einmal hingehen.

22.-26. Oktober das Pornfilmfestival.
Wer sich für Alternativen zum Mainstream-Porno interessiert, kann das ausführlich beim 3. Pornfilmfestival tun. Filme, Diskussionen, Workshops und Partys rund ums Thema Porn. An mehreren Orten in Berlin. Und keine Angst: die sind alle ganz nett ;-) Auch wer nicht nach Berlin kommen kann, die Website verrät einige Porno-Produzenten, nach denen man im www mal stöbern kann ;-)

Für alle, die bei den Events in Berlin nicht dabei sein können: Ich werde in meinem nächsten Newsletter davon berichten! Ich wünsche allen hiermit also einen warmen, sonnigen Herbst mit lustvollen Aufheiterungen!

Brief für mehr Lust im September

Im letzten Rundbrief habe ich ja angemerkt, dass die Vielfalt „da draußen“ uns leicht von unserem Inneren ablenkt. Deswegen erhalten Sie hier einmal eine Anregung über sich und Ihre Sexualität nachzudenken.

Aus dem beruflichen Kontext kennen sie es sicherlich, einen Lebenslauf aufzustellen. Aber haben Sie das schon einmal für Ihre Sexualbiografie getan? Ich habe mir diese Übung ausgedacht und schon mehrfach in Seminaren durchgeführt. Es ist wirklich interessant, wie unterschiedlich sich die Sexualität bei den Menschen entwickelt. Bei manchen gleicht die Zufriedenheit mit dem Sex einer eher gleichförmigen Welle, andere sehen eher linear aus, wiederum andere verzeichnen spitze Höhen und Tiefen ihrer Lust.

Man kann darin gut erkennen, nach welchen Mustern sich die Veränderungen im Leben eingefunden haben. Und die Perspektive erweitert sich auf einmal von der Gegenwart bis zu Ihren Wurzeln. Viele der Sorgen und Nöte von damals relativieren sich, oder machen klar, dass in bestimmte Lebensphasen das eine wichtig war, in anderen jedoch etwas ganz anderes. Und vielleicht zeigt sich auch eine Entwicklung auf?

Nehmen Sie sich einfach ein weißes Blatt Papier, am besten quer und zeichnen Sie eine Zeit- und eine Zufriedenheitsachse auf.

 

Links beginnt Ihr Leben. Oberhalb der horizontalen Linie befindet sich der Bereich für die positive Bewertung, unten der für die negativen Erinnerungen. Markieren Sie das Alter in Jahren, z.B. 10, 20, 30, 40 Jahre.

Jetzt erinnern Sie sich: Wann haben Sie Ihre eigene Lust entdeckt? Bei einigen beginnen die ersten sexuellen Erinnerungen recht früh im Leben, bei anderen eher später. Wann gab es den ersten Kuss, wann das erste Mal Geschlechtsverkehr? Wann hat sich etwas geändert? Ging die Änderung eher von Ihnen aus oder von einem anderen Menschen? War es eine leichte Entwicklung oder von Widerständen geprägt? 
Wie hat sich Ihre Sexualität insgesamt entwickelt? Welche Vorlieben haben sich geändert? 
Was fällt besonders auf bei Ihrer ganz persönlichen Kurve? Wie unterscheidet sie sich von der Ihrer möglichen Gesprächspartner? Wo gibt es Gemeinsamkeiten?
Diese und ähnliche Fragen können Sie sich stellen. Je nach Ihrer subjektiven und relativen Empfindung markieren sie diese Erlebnisse und verbinden Sie miteinander. Machen Sie diese Übung erst einmal für sich und wenn Sie möchten, können Sie sie gerne mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin oder Freund/innen besprechen. Es gibt bei dieser Übung kein Richtig oder Falsch, es soll Sie nur bei der Erinnerung unterstützen und diese kleine „Reise“ visualisieren.

Brief für mehr Lust im August

Ich erinnere mich noch gut an meine Anfänge in Sachen Erotik-Coaching. Anfangs war ich sehr bemüht, mich von all dem Schmuddelkram zu distanzieren. Ich sprach von „sauberer Erotik“, wohl wissend, dass das sehr klinisch klang, und somit sogar vielleicht ein Widerspruch in sich war. Doch wie sollte ich den Leuten klar machen, dass das, was ich anbiete, eigentlich nicht das ist, was sie vermutlich denken oder befürchten?

Jetzt einige Jahre später weiß ich: Ich muss mich nicht mehr abgrenzen. Zum einen liegt es sicherlich an meinem Auftreten, welches klar und unmissverständlich ist, auch wenn mein Angebot für manche noch neu ist. Zum andern haben sich die Zeiten sehr geändert.  Selbst das große Unternehmen Beate Uhse hat gemerkt, dass dunkle Läden nicht mehr funktionieren und nach dem missglückten Versuch, mit „Mae B.“ Shops speziell für Frauen anzubieten, wird jetzt in vielen Städten umgerüstet. Dass BU ihr Konzept selbst noch nicht ganz konsequent umsetzt, kann man jedoch daran erkennen, dass bei der Neueröffnung nach dem Umbau dann doch wieder die üblichen Pornosternchen mit nacktem Busen eingeladen wurden.

Im Sommer kamen zwei neue stilvolle Erotikmagazine heraus: Alley Cat und Nighttimes. 
Alley Cat hat mich positiv überrascht, ein Magazin rund um Erotik speziell für Frauen. Nicht zu brav, angenehm gestaltet, mit unterhaltsamen bis informativen Artikeln, in typischer Frauen-Lifestyle-Ästhetik. Zu finden in den meisten Bahnhofsbuchläden oder unter www.alley-cat.de
Nighttimes richtet sich an Männer wie Frauen, kommt aber eher daher wie Pornoblättchen. Mit Berichten über Swingerclubs oder den flotten Dreier. Auch die Websiteadresse lässt aufmerken: http://nighttimes.sexvideoonline.eu/. Eigentlich wollte ich diese Seite gar nicht verlinken, zumal der Kundenservice dieses Blättchens doch sehr zu wünschen übrig lässt, doch dann dachte ich mir, Sie sollen ja wissen, was es so gibt.

Ich finde es interessant, dass Sexualität und Erotik sich immer mehr zum Life-Style-Produkt entwickelt. Mir fehlt jedoch manchmal die Tiefe dabei. Denn diese bunte Vielfalt kann auch ablenken. Je mehr man sich mit den Angeboten beschäftigt, umso mehr wird das eigene Erleben und Empfinden von diesen Bildern & Inhalten geprägt. Das habe ich gerade in den letzten Wochen bemerkt, als ich so viel an meinem Buch gearbeitet habe. Deswegen rate ich Ihnen: Machen Sie doch auch einmal Pause vom Thema, und schauen Sie, welche ihrer Lüste und Fantasien dann übrig bleiben und wirklich nur aus Ihnen kommen!  

Brief für mehr Lust im Juli

 - ausgefallen wegen Schreiben meines Buches www.spielarten-der-lust.de -

 

Brief für mehr Lust im Juni

Erinnern Sie sich noch an meinen letzten Rundbrief? Da ging es um das Thema, dass manche „Erotik-Szenen“ glauben, sie hätten besseren oder tieferen Sex. Dies habe ich u.a. auch im Vorwort zu meinem Buch „Spielarten der Lust“ thematisiert. Hier ein kurzer Auszug:
Ich möchte dazu beitragen, dass die Menschen sich mit ihrer eigenen Sexualität entspannen. Dazu gehört, für sich herauszufinden, wie man seine Lust leben möchte. Es gibt keine Vorgabe, die für alle gültig sein kann, denn Sexualität ist so bunt, so vielseitig und variantenreich: Schnecken lieben sich langsam und ausdauernd. Die Spinnenart Schwarze Witwe frisst das Männchen nach der Paarung, die Bienenkönigin lässt nur eine der Drohnen, die im Bienenstock leben, zum Zuge kommen. Bei den Graugänsen, die allgemein sehr treu sind, gibt es homosexuelle Paare, die zum Zwecke der Fortpflanzung mit  einem Weibchen ein Trio bilden, das Weibchen trennt sich dann nach der Aufzuchtphase wieder von dem homosexuellen Paar. Der Sex zwischen Katze und Kater ist sehr schmerzhaft, weil der Penis des Katers mit Widerhaken versehen ist. 
Vor einigen Tagen ging die Geschichte von zwei schwulen Zebras durch die Medien, die sich ineinander verliebt hatten. Eine andere Geschichte zeugt von der Liebe eines Schwans zu einem Tretboot in Schwanform.
Wenn Sie jetzt erwidern möchten, dass die Menschen ja nichts mit Schnecken oder Graugänsen gemeinsam haben, kann ich Ihnen noch folgendes Beispiel aus dem Affenreich anbieten: Die Rasse der Bonobos praktiziert Sex mit vielen ihrer Gruppenmitgliedern, und zwar unabhängig von Alter und Geschlecht. Der Sex dient ihnen zur Entspannung und Pflege der sozialen Kontakte. Unter den Männchen finden ebenfalls sexuelle Aktivitäten statt, diese dienen zur Festlegung der Rangstrukturen innerhalb der Sippe. Der Sex geschieht eher nebenbei, durchschnittliche Dauer: 13 Sekunden.

Sie sehen, wie unterschiedlich Sex bei Tieren aussehen kann. Deswegen mein Rat an Sie: Finden Sie heraus, wer Sie sind, und versuchen Sie nicht, zum Affen zu werden, wenn Sie eigentlich eine Schnecke sind. 

Brief für mehr Lust im Mai

Übermorgen werde ich als Zuschauerin zu einer Talkshow-Aufzeichnung des rbb gehen. Das Thema des Diskussion lautet: Lust statt Liebe, wird Sex überbewertet? Wir werden sehen, welche Antwort dabei herauskommen wird, mir ist auf jeden Fall in den letzten Wochen mal wieder klar geworden, wie sehr Sex überhaupt bewertet wird.
Wie oft erlebe ich in unterschiedlichen Erotik-Szenen, dass sie glauben, besser zu sein, tiefer zu fühlen, freier im Geiste und zwischen den Beinen zu sein. Angeblich hätten sie den besseren Sex, wären die tolleren Menschen. Sie wären reifer, verantwortungsbewusster, kritischer, offener und fortschrittlicher als die anderen. Der Sex der anderen wäre nicht so wunderbar, so intensiv, so vielfältig, so reif und kreativ wie der eigene. Hier als Beispiel mal ein kleines Zitat, das ich im Buch „Frühstück zu dritt“ gefunden habe: 

Meiner Meinung nach stellt auch Monogamie einen Mangel dar. Ein einziger Mensch soll auf Biegen und Brechen zumindest für die gesamten sexuell-erotischen, oft auch emotionalen und intellektuellen Bedürfnisse herhalten. Warum eigentlich? Mir scheint, als diene die Idee der Monogamie lediglich dazu, inneres Wachstum zu verhindern, Verantwortung für das eigene Glück abzulehnen. Für jeden ganz persönlich und damit auch in gesellschaftlicher Hinsicht.)

Natürlich ist es nicht einfach, wenn die eigene sexuelle Lebensart von der gesellschaftlichen Norm(alität) abweicht und wenn man dafür kritisiert wird. Egal, ob es dabei um gleichgeschlechtliche Liebe, offene Beziehung oder sadomasochistische Praktiken geht. Es ist sicher nicht einfach, neue Lebensformen öffentlich zu leben, wenn es bislang keine Vorbilder gibt. 
Aber bringt es einen wirklich weiter, sich zu rechtfertigen, oder gar zum Gegenangriff überzugehen und die Sexualität des Gegenübers zu bewerten oder gar abzuwerten?
Wann wird die Gesellschaft endlich so weit sein, dass sie anerkennt, dass zu dem einen Menschen dies passt, und zu dem anderen Menschen besser das? Wann werden sexuelle Varianten einfach als selbstverständlich angesehen? Doch selbst das wäre nicht allen recht: Ich habe schon von einem Latexfetischisten gehört, dass er es gar nicht so schlecht fände, dass der Latexfetisch noch den Ruf des Verruchten hätte. Wenn alle Latex mögen würden, wäre er ja gar nichts Besonderes mehr.

Man sieht, Sex ist nicht nur Sex, sondern kann auch noch Identität bilden. Und wenn die Identität hauptsächlich über die eigene Sexualität definiert wird, ja dann… Dann wird Sex wirklich überbewertet. Also machen sie es doch wie Sie wollen und lassen Sie die anderen reden. So, wie es gerade ist, ist es perfekt!

 

Brief für mehr Lust im April

Wie man einen Erotikratgeber schreibt…. 
Sie wissen es ja vermutlich schon, ich schreibe an einem Buch. Zu jedem Kapitel wird es auch Interviews geben, ähnlich wie beim Erotischen Salon. Das ist  sehr interessant, weil ich eine Menge neuer Menschen kennen lerne: Am Freitag habe ich mich mit Petra Joy (www.petrajoy.com) getroffen, einer deutschen Pornoproduzentin aus London, die ganz andere Pornos macht als der übliche Mainstream. Ein sehr unterhaltsames und interessantes Gespräch, über das ich in den nächsten Tagen auch kurz in meinem Blog (http://kleinessexblog.blogspot.com) etwas berichten werde. Diese Woche werde ich ein Blind-Date mit einem Mann haben, rein geschäftlich natürlich. Ich habe  einfach über ein SM-Online-Magazin (www.nachtwaertz.de) den Autor eines Blogs angemailt, ob er für ein Interview zur Verfügung stehen möchte. Freitag treffen wir uns zum Kennen lernen in einem Café, und wenn alles passt, darf ich ihm viele persönliche Fragen stellen.

Morgen kommt eine Frau zu Besuch, mit der ich über polyamore Beziehungen reden werde und Donnerstag treffe ich mich mit einem Tantralehrer.

Der Titel, den ich mir am Anfang ausgedacht hatte „Wege zur Lust“ hat die Prüfung durch den Vertrieb leider nicht bestanden. Jetzt gibt es eine Alternative, die ich aber noch nicht verraten darf. Der Umschlag ist auch so eine heikle Sache: es sollte passend zum Thema sein, darf aber nicht zu eindeutig sein, weil sonst die 50jährige Buchhändlerin aus Wanne-Eickel das Buch nicht in ihre Auslage legen mag. Das Bild sollte mir gefallen, dem Vertrieb und dem Publikum. Ach, und einen Untertitel sollte es auch noch geben, damit die Suchmaschinen mein Buch möglichst oft aufführen.  
Außerdem schreibe ich zu 10 unterschiedlichen Themen Texte und muss mir dabei noch überlegen, was ich schreiben möchte und wieweit ich mich aus dem Fenster wage. Bin ich nur nett und verständnisvoll, oder sage ich auch meine Meinung dazu? Wenn ja, wie sehr? Wie stehe ich zu diesem Thema? 
Es ist fast wie in einer Beziehung: wie offen bin ich, was zeige ich von mir? Was ist mir wichtig zu zeigen? Ich stehe also am Anfang einer neuen Beziehung mit meiner Leserschaft. Eine ganz neue Erfahrung für mich, spannend und aufregend. Fortsetzung folgt.

 

Brief für mehr Lust im März

In zehn Tagen ist Frühlingsanfang, die Sonne wird immer stärker, und bei vielen steht der Frühlingsputz ins Haus. Bei mir ist er diesmal sehr ausgeprägt ausgefallen: ich bin nämlich umgezogen. Ich habe also nicht nur geputzt, sondern auch die Chance genutzt, mal wieder ordentlich auszumisten. Alte Besitztümer und alte Geschichten wurden begutachtet und dann entschieden: Was brauche ich wirklich und was nicht. Loslassen heißt da die Devise. Dass das nicht immer so leicht ist, habe ich auch mal wieder in meiner Coachingpraxis erlebt.

Da war ein Ehepaar bei mir, mit denen ich schon einige Gespräche geführt hatte. Aufgrund einer konkreten Situation kamen sie wieder zu mir. Anstatt eines kuscheligen Nachmittags im Bett hatten sie begonnen, sich über vergangene Zeiten zu streiten. Ich war erst mal sehr überrascht, wieso die beiden sich über „alte Kamellen“ streiten, aber im Gespräch stellte sich heraus, dass in der Frau noch alte Geschichten vor sich hin brodelten. Die beiden hatten schwere Zeiten miteinander erlebt, die die Frau sehr an ihre Grenzen gebracht hatten. Ihr Mann betrachtet diese Zeit im Nachhinein zwar als schwer, aber es sei letztendlich doch gut ausgegangen. Seiner Meinung nach hat er sehr viel gelernt in dieser Zeit und sieht sie nicht als vergeblich an. Eigentlich teilt seine Frau diese Sicht, aber es verletzt sie, dass er ihr ihren Schmerz nicht zugesteht. Er versucht sie mit seiner Aussage „aber es ist doch besser geworden“ zu trösten.

Ich spüre, dass die Frau Anerkennung für das braucht, was passiert ist. Ich bitte den Mann, seiner Frau einfach nur zu sagen: „Ja, es war eine schwere Zeit.“ Ohne ein „aber“ anzufügen. Und außerdem bitte ich ihn ihr zu sagen, dass sie ihm damals sehr geholfen hat durch ihr Dasein. Diese Klarheit ohne Einschränkung eines Abers berührt die Frau, sie fühlt sich gesehen und in ihrem Schmerz gewürdigt. Beide spüren den Unterschied, die Entspannung, die entstanden ist: durch die Anerkennung dessen, was war, und die Würdigung der Unterstützung des Mannes durch die Frau.

Verwechseln Sie eine Anerkennung bitte nicht mit einem Lob oder einer Entschuldigung oder einem Vorwurf. Sprechen Sie einfach, möglichst in 1-2 Sätzen aus, was war. Ohne aber und ohne Erklärung. Es war.   

Vielleicht gibt es auch bei Ihnen alte Situationen, die geklärt werden müssen, damit der Schmerz verschwinden und die Lust wieder zu Ihnen kommen kann?
Ihre Silke Maschinger

 

Brief für mehr Lust im Februar

Einige von Ihnen haben vielleicht schon davon gehört: wir machen eine Kreativpause vom Erotischen Salon. Diese vorerst letzte Veranstaltung nach fast 3 Jahren hat viele Gäste angelockt, die es bisher noch gar nicht oder nur selten zum Erotischen Salon geschafft haben. So hatten wir ca. 140 Gäste vor der Bühne sitzen. Das freut uns natürlich sehr. Weitergehen wird es im Herbst; die die anwesend waren, wissen warum: ich schreibe ein Buch, das ich dann im Herbst im Salon präsentieren werde. Natürlich ist das kein Kochbuch, sondern ein Erotikratgeber. In diesem Buch stelle ich unterschiedliche Themen und Menschen vor, rund um das Thema Sexualität, ähnlich wie im Erotischen Salon. 

Vor einigen Tagen fand das erste Interview für das noch zu schreibende Buch statt: Ich war bei einem Pärchen zu Haus und habe mir ihre Geschichte erzählen lassen. Die beiden sind seit fast 20 Jahren zusammen, und vor einigen Jahren begann sich der Mann für das Thema Swinger zu interessieren. Anfangs fand die Frau das überhaupt nicht interessant und wehrte das Thema immer ab. Doch durch andere Entwicklungen, die ich hier jetzt nicht weiter aufführen möchte (das können Sie ab Herbst in meinem Buch lesen), entschloss sie sich, es doch einmal auszuprobieren, um dann wenigstens zu wissen, wofür bzw. wogegen sie sich entscheidet.

Beim ersten Besuch stand das Paar vor der Tür und die Frau entschied sich, wieder umzukehren. Beim zweiten Besuch war es genau so. Auch beim dritten Mal traute sich die Frau noch nicht rein. Der Mann überließ der Frau die Führung, er war zwar schon enttäuscht, aber letztendlich war er sehr beeindruckt davon, dass sie sich diesem Thema überhaupt annäherte. Beim vierten Mal war es dann soweit. Aber auch da passierte nicht viel mehr, als dass die beiden im Swingerclub waren und fast nur zugeschaut haben.

Im Laufe der weiteren Geschichte ist mir aufgefallen, wie geduldig der Mann seiner Frau Zeit gelassen hat, ihre ganz eigene Entwicklung zu diesem Thema zu durchleben. Sie setzt die Grenzen, die für sie wichtig sind, und er respektiert sie, auch wenn er von beiden der Neugierigere ist und vielleicht eigentlich mehr ausprobieren möchte. Gerade an dieser Geschichte ist mir wieder einmal klargeworden, wie viel Geduld und Zeit man braucht, um Veränderungen zu ermöglichen. Und vor allem: dass es unerlässlich ist, Grenzen zu akzeptieren, wenn man Grenzen erweitern möchte. Und zwar Schritt für Schritt. Nur über ganz viele zu besprechende Zwischenschritte gelangt man weiter, nicht durch ein komplettes Entweder-Oder.

Und letztendlich steht immer wieder die Frage im Raum: wer ist mir wichtiger, meine Partnerin bzw. mein Partner oder meine sexuellen Gelüste? Oder um es mit David Schnarch zu halten: „Irgendwann geht es nicht mehr um meinen Wunsch und Deinen Wunsch, sondern um meinen Wunsch, und meinen Wunsch, Dir Deinen Wunsch zu erfüllen.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen entspannte Zurückhaltung!

Ihre Silke Maschinger

 

Brief für mehr Lust im Januar

Immer wieder werde ich gefragt, was denn die Menschen für Probleme haben, wenn sie zu mir kommen. Hier ein paar Beispiele aus meinen Seminaren und Coachinggesprächen…

Da gibt es den jungen Mann, der sehr wenig Erfahrungen mit Frauen hat und sich mittlerweile kaum noch traut, Frauen kennen zu lernen. Nicht aus Angst, dass sie ihn zurückweisen könnten, sondern aus Angst, ihren Ansprüchen nicht genügen zu können. Hier geht es darum, ihn zu ermutigen, zu seinen vermeintlichen Schwächen zu stehen, und somit aus diesem Teufelskreis „mangelnde Erfahrung – Angst vor Versagen“ auszusteigen.  

Da gab es einen Mann, der einfach wieder mehr Sex mit seiner Freundin haben wollte. Nach einigen Gesprächen stellte sich heraus, dass diese Freundin vermutlich schwer psychisch krank ist. Die Gespräche mit diesem Mann musste ich beenden und ihn an andere Fachleute weiterleiten, da dies eine so spezielle Thematik ist, bei der ich nicht weiterhelfen konnte. 

Da gibt es das Ehepaar, das nach anstrengenden Jahren endlich wieder mehr Zeit füreinander hat. Sie möchten auch im Bett wieder zueinander finden, aber aus irgendeinem Grunde gelingt es ihnen immer nicht. Irgendetwas kommt immer dazwischen. Jetzt lernen die beiden, sich einfach ihre Wünsche „zuzumuten“ und nicht einfach aus Angst, den anderen möglicherweise zu verletzen, die Wünsche oder auch Befürchtungen zu verschweigen. In den Gesprächen bei mir lernen Sie, aus ihren alten Konfliktmustern auszusteigen und wieder friedlich miteinander zu sein und einander wirklich zuzuhören und darauf zu achten, wie eigene Wünsche kommuniziert werden.

Da gibt es die Frau, die ihre eigene Lust so sehr verdrängt hat, dass sie selbst der Meinung ist, eigentlich überhaupt keine Lust auf Sex mehr zu haben. Sie steht schon kurz davor, ihrem Mann die Absolution zu erteilen, Sex mit anderen Frauen haben zu dürfen, obwohl das eigentlich gar nicht ihre Einstellung ist. Doch dann merkt sie, dass sie eigentlich auch eine lustvolle Frau ist, die sich und ihre eigenen Wünsche einfach nur zu sehr zurückgenommen hat. Als sie anfängt, sich zu äußern, ihre Bedürfnisse und auch Grenzen auszudrücken, kehrt die Lust auf ihre eigene Lust und die Lust auf ihren Mann zurück.

Da gibt es den Mann, der immer nur der beste Kumpel der Frauen ist, aber einfach nicht als „Traummann“ erkannt wird. Er muss lernen, sich zu zeigen, sich so zu zeigen, wie er ist, und nicht so, wie er meint, dass die Frauen ihn haben möchten. Denn nur wenn er den Frauen zeigt, wie er wirklich ist und welche Kraft in ihm steckt, kann ihn die Frau finden, die ihn so mag wie er wirklich ist.

Da gibt es denn Mann Anfang der Sechzig, der sehnsüchtig danach ist, mit anderen Menschen tiefgehend über Sexualität sprechen zu können. Auch er muss lernen, sein Herz zu öffnen und sich anderen mitzuteilen, auch auf die Gefahr hin, dass er damit vielleicht aneckt. Nur so kann er die Menschen finden, die er sucht.

Letztendlich geht es also immer um den Mut der Menschen, sich zu zeigen, wie sie wirklich sind. Denn nur so kann eine Weiterentwicklung geschehen.

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr viel Mut und Leichtigkeit!

Ihre Silke Maschinger